Anrufung der Gefühle

 

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit!“ – So sangen wir in der  Jugendgruppe noch nach dem Krieg, unweit der Ruinen und geplagt vom Hunger. Ein Nachhall aus der Wandervogelzeit. Ein Neubeginn nach der Erschütterung der Niederlage wollte oder sollte – nach unserem Selbstverständnis – aus diesem Lebensgefühl hervorgehen. Doch was wurde daraus? Die Re-education war uns damals noch kein Begriff. Heute wissen wir mehr! Wer also von den Alten möchte und könnte noch heute so singen wie in seiner Jugend? Wenn wir uns umsehen, vergeht uns das Singen. Lüge und Hetze drängen auf einen neuen Weltkrieg hin. Gesicht und Ausstrahlung unserer Dörfer und Städte haben nicht nur die Architekten entstellt; sie sind auch mitgeprägt von fremdartigen Gestalten und Lauten. Unsere Deutschen scheinen ihr Land und ihr Volk aufzugeben.

Nein, selbst das Wunder des Frühlings macht das Herz nicht mehr frei, sodaß es jubeln möchte. War es nicht solche Freude, die einstmals unsere Reimer und Tondichter auch in schweren Zeiten singen ließ? Ich denke an Franz Schubert – „Die linden Lüfte sind erwacht.“ Kein innigerer Gleichklang von Wort und Weise, als ihn Schubert für das Frühlingsgedicht von Uhland fand! Er war arm und nicht glücklich, aber von der ewigen Sehnsucht erfüllt, womit die Götter vor allem die Deutschen immer beunruhigt haben, in einem schöpferischen Sinn allerdings. Die Jüngeren kennen unsere Lieder kaum noch, und das Dröhnen der Rockmusik hat ihnen Ohr und Seele für feinere Töne taub gemacht. Sie sind dazu verurteilt, in einer immer dichteren amerikanischen Stimmungswelt zu leben; darin sind naturfrohe Lieder nicht zu hören. Wenn wir es recht bedenken, kann uns kaum etwas anderes deutlicher vorführen, was mit uns – ich meine mit uns Deutschen –  seit 1945 geschehen ist in diesem „Germany made in USA“.

Den Alten, den wenigen, die nicht versackt sind, ist das bewußt; sie haben sich auch gewehrt. Aber die sind inzwischen unbeachtlich geworden, sie sind abgeschrieben. Schlimmer ist, daß die Jüngeren solches Nachsinnen belächeln. Sie spüren nicht mehr, was wir alle – also auch sie selbst – verloren haben. Sie erinnern sich nicht an die Lieder, wie sie auch nicht mehr an unsere Toten denken. Damals, in den Frühlingstagen 1945, sind Deutsche zu Hunderttausenden, zu Millionen, ausgelöscht worden. Heute, so meint man zu beobachten, wird das Deutsche aus den Gesichtern gelöscht: Zu viele platte, unfrohe Einheitsgesichter haben wir um uns, gleich welchen Standes und Geschlechts. Aber den Hinweis auf das Verlöschen der deutschen Gesichter, damit auch des eigenen Wesens, empfinden sie gar als anstößig. Eine peinliche „Deutschtümelei“ nannten sie so etwas noch vor nicht langer Zeit, um sich damit schamhaft zu verleugnen.

Fälschung der Begriffe

Inzwischen sind die Grenzen um das Bekenntnis zum eigenen Volk und zur Zukunft einer deutschen Lebensart enger gezogen worden, so eng, daß es fast schon erstickt ist. Das Wort „deutsch“ gehört heute vornehmlich in den Zusammenhang mit Schuld, Unterwürfigkeit und Pflicht zu Wiedergutmachungen. Ja richtig, auch zum Fußball paßt es noch, auch wenn es schon bald Zufall sein kann, daß dabei Deutsche unsere Farben vertreten. Die Forderung nationaler Selbstverständlichkeiten steht jetzt unter dem Verdacht einer kriminellen Handlung, wenn sie unter deutschem Vorzeichen geäußert wird. „Verbrecherisches Zeug“ hat Dr. Wolfgang Schäuble – seinerzeit als Innenminister –  die Forderung nach Erhaltung des deutschen Volkes genannt. Wie läßt es sich erklären, daß er mit solchen Reden einen Kerninhalt des Grundgesetzes ungestraft mißachten und das Bundesverfassungsgericht brüskieren durfte?

Seither geht es in dieser Richtung flott voran. Im Gespräch wird das Wort „deutsch“ schon  als peinlich empfunden und gemieden, also nach und nach in seinem positiven Beiklang aus unserer Sprache verdrängt. So ziemlich alles, was auf deutsche Eigeninteressen hinzielt, wird einem Gedankengut zugeordnet, das zur Quelle von Gewalttätigkeit und Umsturz erklärt worden ist. Um diese Drehung zu rechtfertigen, hat eine wirksame Propaganda nationales Gedankengut wie eine Decke über angebliche oder wirkliche Verbrechen an Ausländern gezogen und es dadurch kriminalisiert. Der politische Erfolg ist offenbar durchschlagend. Wie sonst käme ein Verfassungsrichter im Fall des Zwickauer Trios dazu, nicht – wie sonst üblich – von mutmaßlichen Tätern zu sprechen, sondern von einem Tatsachenverhalt. Er mußte eigentlich wissen, daß der Generalbundesanwalt diese Mordserie öffentlich als bislang nicht aufgeklärt bezeichnet; aber die Verdächtigen werden nationalen Kreisen zugerechnet, und somit gelten neue Regeln. Er hatte wohl ein gewisses Sonderrecht im Kopf, dem seine demokratische Instanz die rechtliche Legitimation zwar absprach, die politische aber zuerkannte. Kann es noch deutlicher kommen, um jedem den politischen Druck vorzuführen, der jegliche Grundsätze der demokratischen und staatlichen Ordnung über den Haufen wirft?

Das ist noch nicht der Gipfelpunkt der deutschen Selbstzerstörungsversuche! Das Wüten und Brüten der Führungsschicht wird in seiner wesenhaften Bedeutung von der Tatsache noch überboten, daß es im  Volk unterstützt wird. Es war offenbar keine bloße Rede, als Dr. Günther Beckstein sinngemäß eingestand, er habe als Innenminister stärker gegen Rechts als gegen Links geschlagen und dabei auch die Grenzen des Rechts überschritten, weil in diesem Fall die Zustimmung der Bevölkerung viel größer sei. Es häuft sich jetzt die Denunziation, das Abweisen von Kunden und die Einschränkung von Warenlieferungen, bei Zeitschriften und Bier zum Beispiel, usw. Das verschämte Schweigen von ehedem droht einem aggressiven Haß auf das eigene Volk zu weichen, wenn es um deutsche Lebensfragen geht. In dem, was die Antifa in Dresden hören läßt, schlägt dieser unbegreifliche Haß bereits in Irrsinn um. Sind es nicht Deutschstämmige, die so tun als schwärmten sie davon, daß die Engländer Dresden nochmal zerstören könnten?  Gewiß, es sind dies meist Deutsche, aber als solche die Ziehkinder der 68er, perfekt Umerzogene also. Das Lob des neuen Bundespräsidenten für die 68er in seiner Antrittsrede läßt tief blicken!

Aufbruch des Gefühls!

Es ist Gefahr im Verzug! Oder ist diese Warnung naiv und längst überholt, weil wir bereits in der Falle eines höchst verfeinerten Orwell-Systems sitzen? Sollen demnach die weißen Völker im Orwell-Staat verenden? Oder werden sie im islamischen Gottesstaat landen? Haben sie überhaupt noch zwischen diesen beiden Möglichkeiten zu wählen? Oder wird ihnen angesichts ihrer Schläfrigkeit sogar diese Entscheidung abgenommen? Wird um ihr Schicksal am Ende gewürfelt?

Andererseits können wir beobachten, mit wie viel Intelligenz heute „Geld gemacht“, gewirtschaftet, Recht gesprochen, philosophiert, gekünstelt und gedichtet – und die Wirklichkeit aus dem Bewußtsein verdrängt wird. Nein, an Intelligenz fehlt es heute nicht, nur an Vernunft fehlt es und dazu an Charakter, der die wildernde Intelligenz an die Kandare nehmen würde. Sind die Tugenden der Klugheit und des Mutes untergegangen? Und falls sie noch am Leben wären, wie ließen sie sich wieder aufrufen und stärken,?

Das sind Fragen, die beim Glauben enden. Dieser Glaube muß der Glaube an die Macht der Idee sein und der Glaube an sich selbst! In den europäischen Völkern muß die Überzeugung wieder wachsen, daß sie noch eine Aufgabe vor sich haben. Der Lebensbogen der weißen Völker kann sich doch nicht ins islamische Mittelalter zurücksenken, nachdem er sich mühsam aus dem christlichen emporgehoben hat! Genau so wenig darf er in einem neuen Archipel Gulag enden, auch wenn das zumindest in den USA schon vorbereitet wird!

Eine neue Idee muß den Weißen Mann erfassen!

Der Mensch ist noch nicht fertig. Immerzu schafft das Göttliche in ihm. Die Evolution hat den Weißen Mann dabei zum „Vormann“ gemacht. Er muß die Verantwortung für seine Brüder erkennen und annehmen. Genauso muß er die Verantwortung für das Leben auf der Erde übernehmen. Die Kraft zu dieser Erkenntnis verleiht ihm nicht der Intellekt, wie wir gesehen haben. Diese Kraft kann nur aus der Seele, aus dem Gefühl oder aus der Emotion kommen, gleich, wie man es nennen will. Diese Kraft muß eine „heilige“ Nüchternheit und Härte speisen, den Willen, sich aus den Fängen der todbringenden Mächte loszureißen.

Zum Begriff des Bösen

Vielleicht müssen wir uns dazu mit einer altbekannten, aber ungewöhnlichen und befremdenden Überlegung vertraut machen. Vielleicht müssen wir uns eingestehen, daß zum Ganzen der Welt und zum Wesen des Lebens auch das Böse gehört. Wie Naturkatastrophen, also Erdbeben oder Flutwellen, die das Leben ganzer Landstriche auslöschen –  so gehören auch Haß, rücksichtslose Macht- und Geldgier zu den selbstverständlichen Erscheinungen des menschlichen Treibens? Katastrophen infolge von Naturgewalten und solche aus menschlicher Bosheit – versuchen wir, sie als Ansporn für den Überlebenswillen bzw. für die Stärkung der guten Kräfte im Menschen zu begreifen! Das Prinzip des Bösen muß seinen Sinn darin haben, daß es die edelsten Regungen des Menschen als Gegenprinzip entfacht.

Seit jeher haben Vulkanausbrüche und Flutwellen viel Leid über die Menschen gebracht, noch mehr aber Kriege, die aus Machtgier, Habgier oder aus religiösem Wahn angezettelt wurden. Unvergessen sind die Vernichtung von 6 bis 7 Millionen ukrainischen Bauern und die Massenmorde unter Pol Pot als Ausbrüche der kommunistischen Ideologie. Wir wissen von der Vernichtung der Albigenser durch die römische Kirche, der Bauern in der Vendée durch das französische Revolutionsheer. Seit 20 Jahren beobachten wir, wie unter lügenhaftem Vorwand die USA, und dann auch die Nato, im Nahen und Mittleren Osten morden und plündern. Bläht sich der Machtwahn gegenwärtig nicht wieder auf, um einen neuen Weltkrieg zu entfachen?!

Die Zerstörungswut muß – besser schon heute als nach der Katastrophe – die guten Geister im Menschen herausfordern. Mut, Klugheit und ein heiliger Zorn müssen dem Kriegstreiben entgegenwirken! Den vernunftwidrigen Antrieben müssen positive Gefühlsstürme begegnen! Ja, aber die Gefühle der Deutschen sind kaltgestellt! Ausländern fällt die Gefühlsarmut der Konsumdeutschen auf. Was kann uns wieder lebendig machen, und dies gerade im Hinblick auf das politische Geschehen? Immerhin, eine „Vorerwärmung“ wird spürbar. Sie entwickelt sich unter der Angst vor unserer voraussehbaren Enteignung als Folge der EU-Finanzpolitik mit den Bestandteilen „Fiskalpakt“ und ESM-Vertrag. Doch die Angst um das Geld kann schon dem Grunde nach keinen „heiligen Zorn“ erregen. Brüssel ist auch gar nicht der eigentliche Sitz des bösen Prinzips. Die Brüsseler Hilfsdiktatur ist nur eine Außenstelle der völkerfeindlichen und völkermordenden Finanz- und Wirtschaftsmächte. Hier ist das Prinzip des Bösen, das Völkermord-Prinzip, zu erkennen; und ihm muß der „heilige Zorn“ gelten. Der Blick darauf, wie man eiskalt über Leichen geht – das kann die Emotionen wecken, keinen Haß, aber eine Gefühlswelle des Widerstandes, die jede Resignation wegspült.

Für uns Deutsche liegt der Anlaß nicht fern. Wir denken an unsere Toten des Frühjahrs und Sommers 1945. Sie sind Mordopfer; sie sind die Opfer von Haß und Bösartigkeit. Das Schreckliche des Geschehens entfaltet seine Wucht erst bei der Darstellung seiner Einzelheiten. Dafür ist hier nicht der Platz.

Doch soll an einer solchen Einzelheit gezeigt werden, wo das Böse auch seinen Sitz hatte, als es darum ging, möglichst viele Deutsche umzubringen. In seinem Buch „Der Barbarei entgegen“ (1948/1962) berichtet der Engländer F.J.P.Veale über die Vorausplanung des Bombenkrieges gegen die deutsche Zivilbevölkerung. Sie ging auf das Jahr 1936 zurück. Veale zitiert einen Nachkriegsbericht des britischen Luftfahrtministeriums, wonach die britische Luftwaffe schon bei Kriegsbeginn 1939 mit Langstreckenbombern ausgestattet war. In einem Beschluß des Kabinetts Churchill heißt es, die Bombenangriffe sollten sich vorwiegend auf die Heime der deutschen Arbeiterklasse richten. Die Häuser des Mittelstandes hätten zu viel freien Platz, und das würde Verschwendung von Bomben bedeuten (Veale). Der 1940 einsetzende Bombenterror war demnach keine Maßnahme zur Beschleunigung des Kriegsendes sondern zur Dezimierung der Deutschen und ihres Kulturerbes. Das bestätigt auch eine Bemerkung von W. Churchill gegenüber dem exilpolnischen Ministerpräsidenten: „Machen Sie sich keine Sorgen über die fünf oder mehr Millionen Deutschen . . . Stalin wird sich darum kümmern. Sie werden keine Schwierigkeiten mit ihnen haben; sie werden zu existieren aufhören“.

Wendepunkt

Wen solche Überlieferungen nicht ins Herz treffen – und es gibt noch entsetzlichere über das Mordgeschehen bei der Flucht und Vertreibung der Ostdeutschen –, der ist ein lebender Toter. In den Lebenden jedoch entflammen sie Gefühle, die sich mit dem Geist der Opfer vereinen möchten, um mit gemeinsamer Kraft dem bösen Willen entgegenzuwirken, und mehr noch, um den schöpferischen Kräften beizustehen. Im Gedenken bleibt der Geist der Toten lebendig und versteift unseren eisernen Trotz.

Solche Gedanken, unter den Wenigen ausgestreut, müssen nicht die Masse erreichen. Wendepunkte haben immer kleine Eliten gesetzt.

Ist es windiges Gefasel, zum Schluß auf den „Frühlingsglauben“ von Uhland und Schubert zu setzen? Es sei trotzdem gewagt!

„Nun armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden.“

A.M.  Ostern 2012

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