Die Überwindung des Christentums

Aus der Seite etschlichter.info:

Das Christentum war schon immer ein Charakterzug der Tiroler Gesellschaft. Es gibt kein Dorf ohne eine kleine Kirche oder Kapelle, keine größere Stadt ohne ein Kloster oder einen Dom und es gibt heute noch sehr gläubige Christen in unserem Land. Feiertage wie die Herz Jesu Nacht zum Beispiel sind unzertrennbar in unserem Mythos verwurzelt. Und doch lehnen heutzutage viele das Christentum ab, weil es sich beispielsweise zu konservativ gebärdet, es Ketzer- und Hexenverfolgungen gab, die Institution Kirche durch Kreuzzüge seine Macht ausbauen wollte uvm. Dabei ist die Praxis des Christentums nicht das Hauptübel, sondern das Hauptübel besteht in der christlichen Moral. Obwohl das Christentum (oder Religion im Allgemeinen) von vielen heutzutage abgelehnt wird, ist die christliche Moral immer noch das vorherrschende Medium bei der Bewertung von Gut und Böse, von Recht und Unrecht, von Falsch und Richtig. Das bedenkliche dabei ist, dass die christliche Moral lebensfeindlicher nicht sein könnte. Sie ist sogar antievolutionär! Der erste, der dies erkannte, war Friedrich Nietzsche. Nietzsche wagte es als erster, nicht die Kirche, auch nicht die Kirchengeschichte, sondern die christliche Moral und deren Wertvorstellung anzugreifen. Mit seiner Philosophie hat er diese Moral zersetzt und schlussendlich die tiefgreifende Umwertung der (christlichen) Werte gefordert. Das Ziel:

Die Schwerpunktverlagerung in das Leben und der Mensch, der sich dessen und seiner bewusst ist. Im folgenden, in mehreren Teilen erscheinender Text, der sich stark an einen Vortrag von Jürgen Rieger hält, werden zunächst der geschichtliche Hintergrund des Christentums kurz behandelt, dann Erscheinungen der christlichen Moral vorgestellt und mit Bibelstellen und Zitaten von bekannten Personen untermauert, letzten Endes werden die geschichtlichen Auswirkungen und der Zweck des Christentums erklärt.

Einführung: Das Christentum beruht auf der Bibel, die eine Sammlung von Schriften verschiedenster Autoren ist. So wird sie zurecht „Buch der Bücher“ genannt. Die Bibel kann man nicht nur in die verschiedenen Schriften aufteilen, sondern auch zwischen einem Neuen und einem Alten Testament unterscheiden. Diese zwei Teile innerhalb desselben Buches unterscheiden sich nicht nur inhaltlich, zeitlich, sondern vor allem moralphilosophisch. Das Alte Testament entspricht der jüdischen Thora und ist demnach nichts weiter als die Sammlung von Weisheiten, Geschichten und Überlieferungen des jüdischen Volkes. Zum besseren Verständnis könnte man die Thora auch eine Zusammenfassung des jüdischen Mythos nennen- als würden wir unsere ganzen Heldengeschichten und historischen Ereignisse in einem Buch zusammenfassen. Das Alte Testament vertritt gegenüber dem Neuen Testament noch eine für den Volkserhalt gesunde Moralphilosophie, obwohl abzuraten ist, moralphilosophische Überlegungen aus dem Alten Testament auf „Nichtjuden“ umzumünzen. Darin wird nämlich nicht nur die Ausgrenzung von Fremden und der Zusammenhalt innerhalb des jüdischen Volkes geboten, sondern mancherlei völkermörderische Absichten vertreten. So erhält das auserwählte, jüdische Volk von Jahwe den Auftrag, alle anderen Völker zu versklaven und, sofern sie sich wehren, auszurotten („Fürchte dich nicht vor ihnen, denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein großer und furchtbarer Gott; er wird diese Völker vor deinen Augen nach und nach ausrotten, eines nach dem anderen. Du wirst sie nicht auf einmal vernichten können, damit sich die wilden Tiere nicht zu sehr gegen dich vermehren“ -5. Mose 7;21-22). Das Christentum ist aber nur als Konsequenz des Judentums zu verstehen. Nietzsche dazu: „Das Christentum, aus jüdischer Wurzel und nur verständlich als Gewächs dieses Bodens, stellt die Gegenbewegung gegen jede Moral der Züchtung, der Rasse, des Privilegiums dar […].“ Oder: „Das Christentum ist einzig aus dem Boden zu verstehen, aus dem es gewachsen ist, – es ist nicht eine Gegenbewegung gegen den jüdischen Instinkt, es ist dessen Folgerichtigkeit selbst, ein Schluß weiter in dessen furchteinflößender Logik.“ Bekannte, jüdische Persönlichkeiten wie Heinrich Heine („Arme griechische Philosophen![…] es galt vielmehr, den Hellenismus, griechische Gefühls- und Denkweise zu verteidigen und der Ausbreitung des Judaismus, der jüdischen Gefühls- und Denkweise entgegenzuwirken.“), Benjamin Disraeli („Ist das Christentum auch Judentum für das Volk, so ist es doch Judentum.“), Marcus Eli Ravage („Da stand ein ideal veranlagter Patriot [Jesus] auf und durchwanderte das Land, um den Glauben [Judentum] neu zu beleben. Er dachte nicht daran, eine neue Kirche zu stiften. Gleich allen Propheten vor ihm war sein alleiniges Ziel, den alten Glauben zu läutern zu neuem Leben zu erwecken.“), Walther Rathenau („Wissen Sie, wozu wir [Juden] in die Welt gekommen sind? Um jedes Menschenantlitz vor den Sinai zu rufen. Sie wollen nicht hin? Wenn ich Sie nicht rufe, wird Marx Sie rufen. Wenn Marx Sie nicht ruft, wird Spinoza Sie rufen. Wenn Spinoza Sie nicht ruft, wird Christus Sie rufen.“), Leo Wertheimer (Dieser Christus „ist und bleibt der Jude der Juden, der Jude mit der höchsten Kraft des Judeseins und recht eigentlich die Spitze des Judentums, zu der man nicht auf andere Art als am Judentum hinaufgelangen kann.“), Salcia Landmann („Ich weiß, daß diejenigen unter den Nazitheoretikern, die das Christentum nicht in Bausch und Bogen ablehnten, versucht haben, es, im Gegensatz zum „jüddischen Geist“ des alten Testaments, aus nordischer Denkweise abzuleite. Indes fügt sich das Bild Jesu zwanglos in eine bestimmte Richtung der jüdischen Tradition ein […] und es läßt sich anderseits überhaupt nicht aus nordischen Lebens- und Denkformen heraus ableiten.“) oder Pius XI. („Wie kann überhaupt ein Christ Judengegner sein? Kein Christ darf irgendeine Beziehung zum Antisemitismus haben, denn wir sind doch alle im geistigen Sinne Semiten.“) sehen das Christentum und besonders die Person Jesus Christus nicht als Überwindung des Judentums an, sondern als Weiterführung, die in ihrem Kern jüdisch ist.

Die Geschichte des Christentums: Die zentrale Person im Christentum ist Jesus, der als Sohn Gottes angesehen wird. Auf ihn und das Neue Testament, das von Jesus handelt, baut das gesamte Christentum auf. Anzumerken ist aber, dass es keinen einzigen Beweis für seine Existenz gibt. So weiß der jüdische, antike Historiker Josephus Flavius, der ein umfassendes Werk über die jüdische Geschichte schrieb und in der Lage war, bis ins kleinste Detail Ereignisse zu schildern, nichts von einem Jesus, der als König der Juden von Pilatus zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde. Flavius kennt insgesamt vierzehn Männer mit dem Namen Jesus. Darunter befindet sich keiner der deckungsgleich mit dem biblischen Jesus ist. Das „Testimonium Flavii“ wurde später im 3. Jh. n.ü.Z. von Kirchenleuten hinzugefügt, da man nicht ertrug, dass Jesus bei Flavius nicht auftauchte. Weitere antike, jüdische Historiker wie Justus von Tibereas oder Philon von Alexandria kennen den biblischen Jesus ebenfalls nicht, obwohl sie große Kenner unzähliger Sekten sind. Der römische Historiker Tacitus erwähnt zwar einen Jesus, der hingerichtet wurde, aber es ist zu bezweifeln, dass der Tod eines Juden für einen Römer etwas aufsehenerregendes war. In dieser Zeit gab es nämlich des öfteren Aufstände in Israel und folglich auch Hinrichtungen. Tacitus wird sich wahrscheinlich auf mündliche Überlieferung gestützt haben. Es gibt also keinen Beweis für die Existenz Jesus Christus. Jesus Christus? Wie kommt es überhaupt zu diesem Namen? Der Name Jesus hat für das Judentum einen bedeutenden geschichtlichen Hintergrund und nimmt Bezug auf den Hohepriester Josua, der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft führte. Die Herleitung des Namens Jesus=Jeschua=Jehoschua=Josua zeigt uns warum allein der Messias, der Erlöser und Retter diesen Namen tragen musste. Josua bedeutet „Jahwe ist Rettung“. Christus bezieht sich auf das griechische Christos (oder auch Chrestos), dessen Ursprung die Vorstellung unter den Sklaven im griechisch-vorderasiatischen Raum von einem Sklavenbefreier war. Jesus Christus also nur symbolische Gestalt? Wenn ja, woher stammt der ideologische Hintergrund? Wer legte ihm diese Worte in den Mund?

Die Person des Chrestos lebte nicht nur in der Vorstellung der Sklaven, sondern real 80 Jahre vor der angeblichen Geburt Jesus‘ und war ein Essener, der aufgrund seiner Taten gesteinigt wurde. Wer sind aber die Essener? Die Essener bildeten eine innerhalb des jüdischen Volkes agierende Sekte, deren Gedankengut für die Pharisäer und die Mehrheit der Juden als volkszersetzend erachtet wurde. Deshalb jagte man die Anhänger dieser Sekte. Ein erbitterter Verfolger der Essener war der Pharisäer Saulus, der später nach Rom ging und die Botschaft vom Messias Jesus Christus verkündete. Wie kam es dazu? In Damaskus hatte er eine Erleuchtung: Die gewaltsamen Aufstände einzelner jüdischer Stämme, wie der Makkabäer, waren allesamt niedergeschlagen worden. Während er die Essener verfolgte, muss er sich mit ihren Gedanken beschäftigt haben und er erkannte, dass man mithilfe dieser lebensverneinenden Religion das römische Imperium in die Knie zwingen konnte. Nun verfolgte er eine neue Strategie: Das erste Beispiel für psychologische Kriegsführung- das Christentum.

Psychologische Kriegsführung? Lebensverneinende Religion? Anm.d.V.:Für die folgenden Ausführungen wird der Einfachheit halber so getan, als hätte es einen Jesus gegeben. Diesseitsverneinung. Jesus vertrat die Ansicht, dass noch zu seinen Lebzeiten das „Reich Gottes“ bevorstehe, anders ausgedrückt: das Jüngste Gericht. Es ist als Weltuntergang aufzufassen und es gibt heute noch christliche Gemeinschaften, die auf das Jüngste Gericht warten und Naturkatastrophen als Zeichen für „Armageddon“ deuten (Beispiel: Zeugen Jehovas). Jesus‘ moralphilosophische Überlegungen und Vorstellung von Ethik (Interimsethik von Albert Schweitzer) beziehen sich lediglich auf die kurze Periode- von der Verkündung seiner Botschaft bis zum Jüngsten Gericht- und gehen nicht darüber hinaus. Jesus hatte also keinen Sinn für Dauer, für Beständigkeit. Vorsorgen, Kämpfen (Verteidigen?), Planen etc. waren für Jesus keine Begriffe, mit denen er wirklich etwas anfangen konnte und so legte er auch seine Ethik aus! Das Ziel des christlichen Menschen ist der jenseitige Gott. Das Diesseits dient lediglich zur Vorbereitung auf das Jenseits – im besten Fall auf den Himmel. Von dieser tiefen Überzeugung ausgehend kann man von einer totalen Weltabgewandtheit der Anhänger Jesus‘ sprechen. Sieht man sich die Bibel etwas genauer an, bemerkt man, dass sie nur so von Wundern und unglaublichen Geschehnissen strotzt, die die Naturgesetze aushebeln. Aber was sagt Jesus zum Vorwurf der Weltabgewandtheit und Diesseitsverneinung? Jesus antwortet: „Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählet habe, darum hasset euch die Welt“ (Johannes 15,19), und er fährt fort, „aber seid getrost ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33). Über seine Jünger sagt er:„Denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin“ (Johannes 17,14). Zur Verdeutlichung: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Nietzsche würde darauf antworten:„Steckt nicht in diesem lähmenden Glauben an eine bereits abwelkende Menschheit das Missverständnis einer, vom Mittelalter her vererbten, christlich theologischen Vorstellung, der Gedanke an das nahe Weltende, an das bänglich erwartete Gericht?“

Die Verachtung des Lebens. Dem Christentum ist das Leben nicht nur schlichtweg egal, sondern sogar ein Gräuel. Das Leben hält Verführungen bereit, die den Menschen von seiner Vorbereitung aufs Jenseits, und das heißt im christlichen Kontext auch immer von Gott, abhalten können. Darum ist das Leben geradezu hinderlich, um in den Himmel zu kommen und das Seelenheil zu erlangen. Jesus sagt in diesem Zusammenhang ganz klar:„Wer nicht hasset sein eigen Leben […] kann mein Jünger nicht sein“ (Lukas 6,25). Oder:“Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren, und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird es erhalten zum ewigen Leben“ (Johannes 12,25). Und was erwartet uns im Leben? „Wehe euch, wenn ihr hier lachet, denn ihr werdet weinen und heulen“ (Lukas 6,25).

Nietzsche bringt es dann schließlich auf den Punkt: „Wenn man das Schwergewicht des Lebens nicht ins Leben, sondern ins „Jenseits“ verlegt – ins Nichts -, so hat man dem Leben überhaupt das Schwergewicht genommen. Die große Lüge von der Personal-Unsterblichkeit zerstört jede Vernunft, jede Natur im Instinkte, – Alles, was wohltätig, was lebenfördernd, was zukunftverbürgend in den Instinkten ist, erregt nunmehr Mißtrauen. So zu leben, daß es keinen Sinn mehr hat, zu leben, das wird jetzt zum „Sinn“ des Lebens … Wozu Gemeinsinn, wozu Dankbarkeit noch für Herkunft und Vorfahren, wozu mitarbeiten, zutrauen, irgend ein Gesamtwohl fördern und im Auge haben?“ Die Verschlossenheit des Christentums gegenüber dem Leben hat zur Folge, dass die Christen kein Interesse haben, die Gesetze der Natur zu erfahren und sie einzuhalten. Ihre Naturgesetze nennen sie Gebote und sind von ihrem Gott. Das Leben ist nur in Ausrichtung auf das Jenseits zu führen, damit das eigene Seelenheil erreicht wird. Der Rest, und das beinhaltet immerhin den eigenen Körper, Gesundheit, Familie, Freunde, Volk, Heimatland, Natur etc., bedeutet dem Christen gar nichts! Nietzsche wieder:„Christentum war von Anfang an, wesentlich und gründlich, Ekel und Überdruß des Lebens am Leben, welcher sich unter dem Glauben an ein »anderes« oder »besseres« Leben nur verkleidete, nur versteckte, nur aufputzte. Der Haß auf die »Welt«, der Fluch auf die Affekte, die Furcht vor der Schönheit und Sinnlichkeit, ein Jenseits, erfunden, um das Diesseits besser zu verleumden, im Grunde ein Verlangen ins Nichts, ans Ende, ins Ausruhen, hin zum »Sabbat der Sabbate«.“

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